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Unterwelt·Atlas
Gewölbter Gang der Historischen Felsengänge unter dem Nürnberger Burgberg

Deutschland · Stadtuntergrund

Nürnberger UnterweltenFelsengänge, Kunstbunker und Bunker unter der Altstadt

Unter der Nürnberger Altstadt liegen rund 25.000 m² Bierkeller, ab 1380 über vier Sohlen bis 20 Meter tief in den Burgsandstein geschlagen. In der Bombennacht zum 3. Januar 1945 suchten dort schätzungsweise 35.000 bis 40.000 Menschen Schutz – in einer Anlage, die für 15.000 bis 20.000 ausgelegt war.

Geprüft am 20.09.2026Foto: Z thomas, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons
20mTiefe
8–10°CTemperatur
60Min.Dauer
ab 12 €Verfügbarkeit prüfen →

Unter der Nürnberger Altstadt liegt kein einzelnes Bauwerk, sondern ein ganzes Stockwerk Stadt: rund 25.000 m² Bierkeller, die seit 1380 vier Etagen tief in den Burgsandstein geschlagen wurden, dazu Wassergewinnungsstollen, Kasematten in den Burgbasteien, das mittelalterliche Lochgefängnis unter dem Rathaus, der Kunstbunker, in dem Dürers Werke und die Reichskleinodien den Bombenkrieg überstanden, und zwei original erhaltene Atombunker aus dem Kalten Krieg. Alles nur mit Führung, meist in Gruppen von höchstens 15 bis 20 Personen. Ganzjährig 8 bis 10 °C – eine Jacke ist Pflicht, auch im August.

Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • TicketsAlle Führungen sind an feste Startzeiten gebunden.
  • Preis13 € / 10 € – Historische Felsengänge – Erwachsene / ermäßigt
  • GeöffnetJeder Ort hat eigene Zeiten, alles nur mit Führung.
  • Beste ZeitGanzjährig gleich: unter Tage gibt es keine Saison und kein Wetter.
  • PlatzangstEin ernstes Thema.

Die acht Orte im Nürnberger Untergrund

Historische Felsengänge unter dem Burgberg

Der Hauptort: das größte zusammenhängende Felsenkellerlabyrinth Süddeutschlands, ab 1380 über vier Sohlen bis 20 m tief in den Burgsandstein geschlagen. Einstieg über die Treppe am Albrecht-Dürer-Denkmal, Treffpunkt vor dem Brauereiladen Bergstraße 19.

Rund 25.000 m² Fläche, Ø 9 °C, seit Bestehen etwa 1,8 Millionen Besucher bis 2024. Vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als geowissenschaftlich wertvolles Geotop ausgewiesen (Nr. 564G001). Die Führung endet in der Hausbrauerei Altstadthof und im Whiskylager, wo heute wieder Spezialbiere und Brände reifen. Auf der tiefsten Sohle 4 finden Kino, Konzerte und Lesungen statt; im Kellersystem stecken außerdem zwei Escape Rooms.

Erwachsene 13 €, ermäßigt 10 €, Kinder bis einschließlich 6 Jahre frei; sonntags Familienkarte 30 € (2 Erwachsene, max. 4 Kinder); englische Führung 14 € / 11 € (Stand 09/2026)

Historischer Kunstbunker

Der Felsenkeller Obere Schmiedgasse 52 wurde ab Sommer 1940 zum klimatisierten Kunstdepot umgebaut – bis zu 24 m unter der Kaiserburg. Hier überstanden Werke von Albrecht Dürer, der Engelsgruß und der Krakauer Hochaltar von Veit Stoß, die Reichskleinodien, das Männleinlaufen der Frauenkirche, Martin Behaims Erdapfel und die Manessische Handschrift den Bombenkrieg.

Die Ausstellung ist seit 1. Februar 2026 neu gestaltet. Heizung, Belüftung, Entwässerung, Notstrom und die Wachstube sind im Original erhalten; Wasser kam aus der mittelalterlichen Lochwasserleitung. Die erste öffentliche Führung fand am 13. Januar 1996 statt. Auch im Sommer nur 8 °C. Der einzige Ort im Nürnberger Untergrund, den Menschen mit leichter Gehbehinderung über Rampen schaffen – mit Rollstuhl trotzdem nicht befahrbar.

Erwachsene 12 €, ermäßigt 10 €, mit Nürnberg Card 6 € bzw. 5 €, Kinder bis einschließlich 5 Jahre frei (Ticket nötig); ab 01.04.2027 angekündigt 13 € / 11 € (Stand 09/2026)

Atombunker im Hauptbahnhof

ABC-Schutzbau direkt unter der Mittelhalle des Hauptbahnhofs, auf Höhe der Königstorpassage. Gut 2.400 Menschen – vor allem Reisende – hätten hier bis zu zwei Wochen Schutz vor atomaren, biologischen und chemischen Angriffen finden sollen.

Originale Technik, Liegen und Sitzplätze zum Ausprobieren, zahlreiche Exponate zum Zivilschutz und eine Computersimulation zur Sprengkraft von Atomwaffen. Anders als überall sonst im Nürnberger Untergrund ist es hier laut Betreiber warm und hell. Treffpunkt: Königstorpassage links vor den Rolltreppen zur Haupthalle, gegenüber der Bahnhofsmission, neben dem Yorma's.

Erwachsene 13 €, ermäßigt 11 €, mit Nürnberg Card 6,50 €, Kinder bis einschließlich 5 Jahre frei (Stand 09/2026)

Wehr- und Geheimgänge unter der Burg (Kasematten)

Beschusssichere Verteidigungsgänge im Mauerwerk der Burgbasteien, die Baumeister Antonio Fazuni von 1538 bis 1545 anlegte. Meterhohe Korridore folgen dem Zickzack der Mauern, durch die Schießscharten blickt man von innen in den Burggraben.

Die Anlage blieb im Zweiten Weltkrieg weitgehend unversehrt und gilt als Zeugnis ersten Ranges für den Renaissance-Festungsbau in Deutschland. Ausgestellt sind Repliken von Waffen des 16. Jahrhunderts. Der Betreiber bittet ausdrücklich um warme Kleidung. Auf GetYourGuide läuft diese Tour als „Tunnels und Geheimgänge an der Stadtmauer“ und ist mit über 3.000 Bewertungen das meistbewertete Nürnberger Untergrund-Angebot.

Erwachsene 12 €, ermäßigt 10 €, mit Nürnberg Card 6 € bzw. 5 € (Stand 09/2026)

Mittelalterliche Lochgefängnisse unter dem Rathaus

Das „Nürnberger Loch“ ist der älteste Teil des Rathauses und eines der größten erhaltenen Stadtgefängnisse des Mittelalters. Ursprünglich ein Brothaus, wurde das Erdgeschoss nach der Aufschüttung des Geländes ab 1332 zum Keller und die Läden zu Zellen.

Von 1340 bis 1813 saßen hier Untersuchungsgefangene und Todeskandidaten. Zu sehen sind zwölf kleine Zellen, Sonderzellen, die Folterkammer, die Schmiede für die Fesseln, die Gefängnisküche und der Brunnenraum. Treffpunkt ist das mittlere Eingangsportal des Alten Rathauses. Toiletten gibt es in der Anlage nicht; der Betreiber empfiehlt warme Kleidung und festes Schuhwerk.

Erwachsene 10 €, ermäßigt (Schüler ab 10 J., Studenten, Schwerbehinderte) 8 €, mit Nürnberg Card 5 € bzw. 4 € (Stand 09/2026)

Atombunker in der Krebsgasse

Zweigeschossiger ABC-Bunker unter den Häusern der Krebsgasse, original eingerichtet. Knapp 2.000 Menschen hätten hier zwei Wochen ausharren sollen – mit rund einem halben Quadratmeter pro Person, acht Stunden liegen, sechzehn Stunden sitzen.

Sanitäranlagen, Küche, Notstromgeneratoren und die große Luftfilteranlage sind erhalten. Nach zwei Wochen wären die Dieselvorräte zu Ende gewesen – die Führung erzählt, was dann geplant war. Der Bunker liegt in der Lorenzer Altstadt und damit auf der anderen Pegnitzseite als die Burgberg-Anlagen.

Erwachsene 12 €, ermäßigt 10 €, mit Nürnberg Card 6 € bzw. 5 € (Stand 09/2026)

Mittelalterliche Wasserstollen (Lochwasserleitung)

Kaum mehr als 60 cm breite, meist aufrecht begehbare Stollen, die in den Burgberg getrieben wurden, um sauberes Sickerwasser zu gewinnen. Der längste führte bis in den Rathauskeller, wo das Lochgefängnis lag – daher der Name Lochwasserleitung.

Die bekannten Stollensysteme messen zusammen rund 2 km. Der Rat der Stadt führte sie offiziell als „geheime Gänge“, damit Belagerer die Notwasserversorgung nicht fanden; der älteste sichere Schriftbeleg stammt von 1459. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Leitung wieder angezapft und versorgte den Kunstbunker mit Wasser.

Erwachsene 12 €, ermäßigt 10 € (Stand 09/2026)

Tiefer Brunnen der Kaiserburg

Im Brunnenhaus in der Mitte der Vorburg geht ein über 50 m tiefer Schacht senkrecht in den gewachsenen Fels. Er sicherte die Wasserversorgung der Burg bei Belagerung und ist vermutlich so alt wie die Burg selbst.

Die Tiefe wird bei jeder Führung mit einer Kamerafahrt vorgeführt. Das Brunnenhaus darüber trägt die Jahreszahl 1563; das Fachwerkgeschoss wurde 1951 erneuert. Betreiber ist die Bayerische Schlösserverwaltung, nicht einer der beiden Unterwelten-Anbieter. Tiere sind im Inneren nicht erlaubt.

Tiefer Brunnen + Sinwellturm 4 €, ermäßigt 3 €; Gesamtkarte Kaiserburg 10 € / 9 €; unter 18 Jahren frei (Stand 09/2026)

Tickets und Preise

Alle Führungen sind an feste Startzeiten gebunden. Für die Historischen Felsengänge gibt es Tickets online oder im Brauereiladen Bergstraße 19; eine unverbindliche Reservierung ist ausdrücklich nicht möglich. Die Nürnberger Unterwelten verkaufen online über bookingKit, am Kassenautomaten am Eingang des Kunstbunkers (Obere Schmiedgasse 52, täglich 9–18 Uhr), im Ticketshop neben dem Albrecht-Dürer-Haus (täglich 10–15 Uhr), im Museumsladen am Albrecht-Dürer-Haus (Di–So 10–17 Uhr) und in der Tourist-Information am Hauptmarkt 18.

Offizielle Preise

  • Historische Felsengänge – Erwachsene / ermäßigt13 € / 10 €
  • Historische Felsengänge – Kinder bis einschließlich 6 Jahre (Freiticket nötig)0 €
  • Historische Felsengänge – Familienkarte, nur sonntags (2 Erwachsene, max. 4 Kinder)30 €
  • Historische Felsengänge – englischsprachige Führung, Erwachsene / ermäßigt14 € / 11 €
  • Rotbierführung – Erwachsene / ermäßigt, Kinder unter 16 J.; Bierprobe zusätzlich13 € / 10 € / 9 €, Bierprobe 2,50 €
  • Dunkelführung „A Walk in the Dark“ (ab 14 Jahren, keine Ermäßigung, keine Nürnberg Card)16 €
  • Kinderführung Schatzsuche (Altersempfehlung 6–10 Jahre, keine Ermäßigung)10 €
  • Kombi „Altstadtrundgang und Felsengänge“ bzw. „700 Jahre Brautradition“ – Erwachsene / ermäßigt20 € / 17 €
  • Private Gruppenführung Felsengänge (max. 20 Pers.) deutsch / fremdsprachig145 € / 175 €
  • Historischer Kunstbunker – Erwachsene / ermäßigt / mit Nürnberg Card / Kinder bis 5 J.12 € / 10 € / 6 € / frei
  • Historischer Kunstbunker – angekündigte Preise ab 01.04.2027, Erwachsene / ermäßigt13 € / 11 €
  • Wehr- und Geheimgänge (Kasematten) – Erwachsene / ermäßigt / mit Nürnberg Card12 € / 10 € / 6 €
  • Mittelalterliche Wasserstollen – Erwachsene / ermäßigt12 € / 10 €
  • Atombunker Krebsgasse – Erwachsene / ermäßigt12 € / 10 €
  • Atombunker im Hauptbahnhof – Erwachsene / ermäßigt / mit Nürnberg Card13 € / 11 € / 6,50 €
  • Mittelalterliche Lochgefängnisse – Erwachsene / ermäßigt (Schüler ab 10 J.) / mit Nürnberg Card10 € / 8 € / 5 €
  • Stadtmauer-Führung (April bis Oktober) – Erwachsene / ermäßigt14 € / 12 €
  • Kaiserburg: Tiefer Brunnen + Sinwellturm – regulär / ermäßigt, unter 18 J. frei4 € / 3 €
  • Kaiserburg: Gesamtkarte (Palas, Museum, Tiefer Brunnen, Sinwellturm)10 € / 9 €
  • Gruppenführung Kunstbunker (max. 25 Pers.) deutsch / fremdsprachig100 € / 110 €

Stand 09/2026 · Quelle und Direktbuchung: historische-felsengaenge.de

Wenn alles ausgebucht ist

Die Gruppen sind klein – 20 Personen bei den Felsengängen, im Kunstbunker und in den Atombunkern, 16 in den Lochgefängnissen, 15 bei Kasematten und Stadtmauer, 12 in den Wasserstollen. Für die Lochgefängnisse empfiehlt der Betreiber wegen der hohen Nachfrage ausdrücklich den Online-Kauf; Tickets gibt es dort nur im Vorverkauf, im Rathaus selbst nicht.

Tickets und Führungen im Nürnberger Untergrund

Nürnberg ist eine der wenigen deutschen Unterwelten mit echtem GetYourGuide-Inventar – Kunstbunker, Kasematten, Lochgefängnisse und der Bahnhofsbunker kosten dort dasselbe wie an der Betreiberkasse, mit Sofortbestätigung und meist kostenloser Stornierung. Nur bei den Historischen Felsengängen lohnt der Blick auf die Betreiberseite: 13 € statt 16 €, dazu 50 % Rabatt mit der Nürnberg Card und 1 € VGN-Rabatt, die es über Wiederverkäufer nicht gibt.

Meistgebucht

Nürnberg: Tunnels und Geheimgänge an der Stadtmauer Tour

4,8 · 3.017 Bewertungen1 Stunde • Führung • Kasematten in den Burgbasteien • Führung ist der Eintritt
ab12 €Prüfen

Nürnberg: Mittelalterliche Dungeons Guided Tour

4,8 · 2.451 Bewertungen45 Minuten • Führung • Lochgefängnisse unter dem Alten Rathaus, ab 10 Jahren • Eintritt enthalten
ab10 €Prüfen

Nürnberg: Historischer Kunstbunker aus dem Zweiten Weltkrieg

4,8 · 1.051 Bewertungen1 Stunde • Führung • Kunstdepot bis 24 m unter der Kaiserburg • Eintritt enthalten
ab12 €Prüfen

Nürnberg: Atombunker im Hauptbahnhof

4,7 · 348 Bewertungen75 Minuten • Führung • ABC-Bunker unter der Bahnhofshalle, nur auf Deutsch • Eintritt enthalten
ab13 €Prüfen
Alle 7 Angebote zeigen

Nürnberg: Tour Historische Felsengänge

4,8 · 292 Bewertungen1 Stunde • Führung • Bierkeller über vier Sohlen, Treffpunkt Bergstraße 19 • Eintritt enthalten, beim Betreiber 13 €
ab16 €Prüfen

Nürnberg: Die Rotbierführung

4,9 · 77 Bewertungen1 Stunde • Führung • Biergeschichte in den Felsengängen • Eintritt enthalten, Bierprobe je nach Variante
ab17,50 €Prüfen

Nürnberg: Kombi-Führung: Altstadtrundgang und Felsengänge

4,5 · 32 Bewertungen2 Stunden • Private Tour • Altstadt oben, Felsengänge unten • Eintritt enthalten
ab26 €Prüfen

Buchung über GetYourGuide (Partnerlink, Werbung). Meist kostenlos stornierbar bis 24 Stunden vorher. Preise Stand 19.09.2026.

Öffnungszeiten und beste Zeit

Jeder Ort hat eigene Zeiten, alles nur mit Führung. Historische Felsengänge: Montag bis Freitag 11:00–17:00 Uhr zu jeder vollen Stunde, Samstag und Sonntag 11:00–17:30 Uhr; englische Führung Samstag und Sonntag 11:10 Uhr; Rotbierführung täglich 17:30 Uhr (Fr./Sa. bei Bedarf zusätzlich 17:45 Uhr); Dunkelführung freitags 20:30 Uhr; Kinderführung sonntags 11:30 Uhr, in den bayerischen Schulferien täglich außer samstags 11:30 Uhr. Kunstbunker: täglich 14:00 Uhr, Samstag und Sonntag zusätzlich 11:30 und 15:45 Uhr, englisch täglich 13:15 und 17:15 Uhr. Wehr- und Geheimgänge: täglich 11:00, 14:30 und 16:00 Uhr. Lochgefängnisse: täglich stündlich 11:00–17:00 Uhr, in der Hauptsaison zusätzlich 18:00 Uhr, englisch 16:15 Uhr (Hauptsaison auch 12:15 und 17:15 Uhr). Atombunker Hauptbahnhof: täglich 14:30 Uhr. Atombunker Krebsgasse: samstags 16:30 Uhr. Wasserstollen: nur samstags, sonntags und feiertags 14:15 Uhr. Stadtmauer-Führung: April bis Oktober Samstag, Sonntag und feiertags 15:45 Uhr. Kaiserburg mit Tiefem Brunnen: April bis September täglich 9–18 Uhr, Oktober bis März täglich 10–16 Uhr, letzter Einlass etwa 60 Minuten vor Schluss, geschlossen am 1. Januar, Faschingsdienstag sowie 24., 25. und 31. Dezember.

Wann es am ruhigsten ist

Ganzjährig gleich: unter Tage gibt es keine Saison und kein Wetter. Im Hochsommer sind die 8 bis 10 °C die angenehmste Stunde des Tages, im Winter braucht man dieselbe Jacke wie oben. Die kleinen Gruppen machen die Vormittagstermine der Felsengänge (11 und 12 Uhr) und den 11-Uhr-Termin der Kasematten entspannter als die Nachmittage. Manches gibt es nur zu bestimmten Zeiten: die Wasserstollen nur am Wochenende und an Feiertagen, den Krebsgassenbunker nur samstags, die Dunkelführung nur freitagabends, die Stadtmauer-Führung nur von April bis Oktober. Die Kinderführung in den Felsengängen läuft sonntags, in den bayerischen Schulferien täglich außer samstags.

Für wen geeignet?

Mit Kindern

Ja, aber mit Altersgrenzen. Die Historischen Felsengänge nehmen Kinder jeden Alters, unter 8 Jahren nur mit Aufsichtsperson; die eigene Kinderführung mit Schatzsuche ist für 6- bis 10-Jährige gedacht. Die Lochgefängnisse haben ein striktes Mindestalter von 10 Jahren – Folterkammer und Hinrichtungsgeschichten sind nichts für Jüngere. Die Dunkelführung startet ab 14 Jahren, Rotbierführung und Brautradition-Kombi sind für Kinder unter 16 Jahren nicht empfohlen. Die Unterwelten bieten eigene Kinderführungen („Geheimauftrag Kaiserkrone“, „Ein Bäckerjunge rettet Nürnberg“) an.

Mindestalter

Lochgefängnisse 10 Jahre, Dunkelführung 14 Jahre. Sonst keines; in den Felsengängen müssen Kinder unter 8 Jahren begleitet werden. Kinder bis einschließlich 6 Jahre (Felsengänge) bzw. bis einschließlich 5 Jahre (Unterwelten) sind frei, brauchen aber ein Ticket.

Rollstuhl

Nein. Die Felsengänge nennen sich ausdrücklich „nicht barrierefrei“ – Treppen und teils unebene Böden. Der Förderverein schreibt, keine seiner unterirdischen Anlagen sei behindertengerecht ausgebaut. Einzige Ausnahme mit Einschränkung: Im Kunstbunker gibt es Rampen, sodass Menschen mit leichter Gehbehinderung teilnehmen können; es bleiben aber mehrfach Schwellen von bis zu 15 cm, und eine Engstelle im hinteren Bereich ist nur 70 cm breit mit Stufe. Mit dem Rollstuhl ist auch der Kunstbunker nicht befahrbar.

Kinderwagen

Wegen der Treppen praktisch ausgeschlossen. Eine Babytrage ist die einzige sinnvolle Lösung.

Hunde

Verboten – bei den Historischen Felsengängen wie bei den Nürnberger Unterwelten. Assistenz- und Begleithunde von Menschen mit Behinderung sind bei den Unterwelten zugelassen. Auch in die Innenräume der Kaiserburg samt Tiefem Brunnen dürfen keine Tiere.

Platzangst

Ein ernstes Thema. Die Besucherordnung der Felsengänge rät Menschen mit Klaustrophobie ausdrücklich von der Teilnahme ab und weist darauf hin, dass die Bedingungen unter Tage Herz und Kreislauf belasten können. Der Förderverein schreibt denselben Hinweis für alle seine Anlagen. Alleingänge sind nicht erlaubt – man ist bis zum Ende der Führung in der Gruppe.

Kleidung

Warme Jacke und feste, rutschfeste Schuhe – ganzjährig. In den Felsengängen sind es 8 bis 10 °C, die Besucherordnung nennt 8 bis 12 °C bei teilweise über 90 % Luftfeuchtigkeit; im Kunstbunker herrschen laut Museum auch im Sommer nur 8 °C. Ausnahme: Im Atombunker unter dem Hauptbahnhof ist es laut Betreiber warm und hell. In den Lochgefängnissen gibt es keine Toiletten.

Fotografieren

In den Historischen Felsengängen laut englischsprachiger Betreiberinfo nur mit Erlaubnis („Photos and videos only with permission“). Handys und Musikplayer sind während der Führung auszuschalten. Speisen und Getränke sind unter Tage verboten, ebenso die Teilnahme in erkennbar alkoholisiertem Zustand.

Anreise

Mit Bus und Bahn

Alles liegt in oder unter der Altstadt und ist zu Fuß vom Hauptbahnhof erreichbar. Zum Kunstbunker und zu den Kasematten: Straßenbahn 4 bis Tiergärtnertor, Bus 36 bis Burgstraße oder U1 bis Lorenzkirche (Ausgang Richtung Hauptmarkt), dann bergauf. Die Historischen Felsengänge liegen wenige Gehminuten vom Hauptmarkt am Albrecht-Dürer-Platz. Der Atombunker ist direkt im Hauptbahnhof: von der Haupthalle mit der langen Rolltreppe hinunter in die Königstorpassage, am Fuß scharf rechts – der Eingang liegt neben dem Yorma's gegenüber der Bahnhofsmission. Wer am Hauptbahnhof umsteigt, sollte den Anschlusszug frühestens für 16:30 Uhr planen.

Mit dem Auto

Die Parksituation am Altstadtring ist regelmäßig angespannt. Für die Burgseite bietet sich das Parkhaus Hauptmarkt (Augustinerstraße 4, 525 Plätze, durchgehend geöffnet; Zufahrt vom Westtorgraben durch das Hallertor) an. Für den Bahnhofsbunker empfiehlt der Betreiber das Parkhaus direkt am Bahnhof (Einfahrt nach dem Hauptportal) und warnt zugleich vor hohen Gebühren; Parkuhren am Frauentorgraben reichen selten, weil man mit Hin- und Rückweg mindestens zwei Stunden braucht.

Ab der nächsten Stadt

Kein Anfahrtsthema – alle Teilorte liegen innerhalb der Altstadt oder am Hauptbahnhof, die weiteste Strecke (Hauptbahnhof bis Burgberg) sind rund 1,5 km zu Fuß.

Tipps für den Besuch

  1. Jacke einpacken, auch im Hochsommer: 8 bis 10 °C und über 90 % Luftfeuchtigkeit fühlen sich nach zwanzig Minuten Stillstehen deutlich kälter an, als die Zahl vermuten lässt. Dazu feste, rutschfeste Schuhe – die Böden sind uneben.
  2. Zwei Betreiber, zwei Kassen: Wer die Felsengänge und den Kunstbunker sehen will, braucht zwei getrennte Tickets von zwei verschiedenen Websites. Ein Kombiticket über den gesamten Untergrund gibt es nicht.
  3. Die Nürnberg Card halbiert bei den Unterwelten-Touren den Preis (Kunstbunker 6 € statt 12 €) und gibt bei den Felsengängen 50 % Rabatt. Wer an einem Tag zwei bis drei Untergrundtouren plant, hat sie schnell wieder drin – bei der Dunkelführung gilt sie allerdings nicht.
  4. Ein gültiges VGN-Ticket vom selben Tag bringt bei den Historischen Felsengängen 1 € Rabatt. Einfach an der Kasse vorzeigen.
  5. Lochgefängnisse unbedingt vorab online buchen: Es gibt dort keine Tageskasse, die Gruppe fasst nur 16 Personen, und im Rathaus selbst werden keine Tickets verkauft.
  6. Für den Atombunker im Hauptbahnhof mindestens zwei Stunden einplanen, inklusive Suche nach dem Treffpunkt in der Königstorpassage. Verspäteter Einlass ist ausgeschlossen – wer den Anschlusszug erreichen muss, sagt das dem Guide vorher.
  7. Die spannendsten Touren haben die kleinsten Gruppen und die seltensten Termine: Wasserstollen nur am Wochenende und an Feiertagen (12 Plätze), Krebsgassenbunker nur samstags, Dunkelführung nur freitags ab 20:30 Uhr, Stadtmauer nur April bis Oktober.
  8. Mit Kindern die Altersgrenzen prüfen: Lochgefängnisse erst ab 10, Dunkelführung ab 14, Rotbierführung nicht unter 16. Für 6- bis 10-Jährige gibt es die Schatzsuche in den Felsengängen (sonntags, in den Schulferien fast täglich).
  9. Wer nur 4 € ausgeben will: Der Tiefe Brunnen der Kaiserburg kostet zusammen mit dem Sinwellturm 4 € und ist für unter 18-Jährige frei – der günstigste Blick in die Nürnberger Tiefe.
  10. Reservieren geht bei den Historischen Felsengängen nicht – nur kaufen, online oder im Brauereiladen Bergstraße 19. Storniert wird ausschließlich schriftlich per Antwort auf die Buchungsbestätigung.

Was oft falsch im Netz steht

Die Katakomben von NürnbergBelegt

Es sind keine Katakomben. Unter der Altstadt liegen Bierkeller, Wassergewinnungsstollen, Kasematten und Bunker – Grabanlagen gibt es dort nicht. Die Felsengänge wurden laut Ratsverordnung vom 11.11.1380 ausdrücklich zum Brauen und Lagern von Bier angelegt. Der Begriff „Bierkatakomben“, den etwa bayern-im-web.de verwendet, hat sich in Reiseportalen festgesetzt.

Die Führung kostet 5 €, ermäßigt 4 €, sonntags Familienkarte 10 €Belegt

Diese Preise stehen bis heute auf bayern-im-web.de und sind weit überholt. Stand September 2026 kosten die Historischen Felsengänge 13 € für Erwachsene und 10 € ermäßigt, die Familienkarte am Sonntag 30 € für zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder.

Montag bis Freitag Führungen jede zweite StundeBelegt

So steht es auf der offiziellen Seite von Tourismus Nürnberg. Der Betreiber führt Montag bis Freitag zu jeder vollen Stunde von 11 bis 17 Uhr und am Wochenende bis 17:30 Uhr.

Kinder bis 7 Jahre freiBelegt

Ebenfalls Tourismus Nürnberg. Der Betreiber gewährt das Freiticket für Kinder bis einschließlich 6 Jahre – und ein Ticket braucht auch das freie Kind.

Die Führung dauert 75 MinutenBelegt

Gilt nicht für die Felsengänge, sondern für den Atombunker im Hauptbahnhof. Die Regelführung durch die Historischen Felsengänge dauert rund 60 Minuten, nur die Kombi-Touren dauern zwei Stunden.

Der Förderverein Nürnberger Felsengänge e. V. bietet die Führungen durch die Historischen Felsengänge anBelegt

Eine der häufigsten Verwechslungen, zu finden unter anderem bei bayern-im-web.de. Die Historischen Felsengänge betreibt die NKG GmbH (Hausbrauerei Altstadthof), der Förderverein tritt als „Nürnberger Unterwelten“ auf und führt durch Kunstbunker, Kasematten, Lochgefängnisse, Wasserstollen und die Atombunker. Zwei Betreiber, zwei Kassensysteme.

Kunstbunker und Felsengänge sind dasselbeBelegt

Beide liegen im Burgsandstein und beide waren ursprünglich Bierkeller – der Kunstbunker ist aber der eigens ab 1940 umgebaute Schmiedkeller Obere Schmiedgasse 52 mit Heizung, Klimatechnik und Notstrom, in dem Kunstschätze lagerten. Eingang, Betreiber und Ticket sind andere als bei den Historischen Felsengängen an der Bergstraße.

Der Nürnberger Kunstbunker zeigt zeitgenössische KunstBelegt

Verwechslung mit dem „kunstbunker – forum für zeitgenössische kunst“, der seit 1994 in einer anderen Bunkeranlage unter dem Bauhof nahe der Kunsthalle Ausstellungen zeigt. Der Historische Kunstbunker unter der Burg ist ein Führungsort zum Luftschutz und zum Wiederaufbau.

Kunstbunker-Führungen: Mo–Do 11:30 und 14 Uhr, Fr/Sa zusätzlich 17:30 UhrBelegt

Diese Zeiten stehen auf museen.nuernberg.de, während der ausführende Betreiber täglich 14 Uhr und samstags/sonntags zusätzlich 11:30 und 15:45 Uhr nennt. Zwei offizielle Seiten, zwei Fahrpläne – verbindlich ist der Buchungskalender der Nürnberger Unterwelten.

Die Felsengänge sind über 20.000 m² großBelegt

So auf tourismus.nuernberg.de. Betreiber und Wikipedia nennen übereinstimmend rund 25.000 m² in der größten Ausdehnung.

Geschichte in Kürze

  • 1303 legt der Rat der Stadt fest, dass zum Bierbrauen nur Gerstenmalz verwendet werden darf – gut 200 Jahre vor dem bayerischen Reinheitsgebot und der Beginn der Nürnberger Biergeschichte.
  • Am 11. November 1380 werden die Felsengänge erstmals urkundlich erwähnt: Wer Bier brauen und ausschenken wollte, musste einen eigenen Keller haben, „zehen schuch tieff und sechzehen schuch weit“.
  • Bis zu 42 Brauereien graben in den folgenden Jahrhunderten ihre Keller bis zu vier Stockwerke tief in den Sandstein; über die Etagen hinweg entstehen Kühldome, die im Winter mit Natureis gefüllt werden.
  • Parallel treibt die Stadt Wassergewinnungsstollen in den Burgberg – die Lochwasserleitung, 1459 erstmals sicher belegt, wurde vom Rat offiziell als „geheime Gänge“ geführt.
  • Von 1538 bis 1545 baut Antonio Fazuni die Burgbasteien mit den Kasematten; sie machen Nürnberg für Jahrhunderte zu einer der bestgeschützten Städte Europas.
  • Mit der Linde-Kühlmaschine verlieren die Bierkeller im 19. Jahrhundert ihren Zweck; ab 1912 lagert die Lebensmittelfirma Harrer dort Salzgurken und produziert im Krieg Sauerkraut als „kriegswichtiges Produkt“.
  • Ab Oktober 1940 werden die Keller als öffentliche Luftschutzanlage ausgebaut: bis zu 40 m lange Stichgänge verbinden bis dahin isolierte Keller, sechs Notausgänge entstehen im Stadtgraben, Lüftungsschächte werden verfüllt.
  • Ab 1939 lässt der Direktor des Germanischen Nationalmuseums, Heinrich Kohlhaußen, Kunstwerke in Felsengänge auslagern; ab Sommer 1940 wird der Schmiedkeller Obere Schmiedgasse 52 zum klimatisierten Kunstbunker umgebaut.
  • In der Nacht zum 3. Januar 1945 legt ein britisches Bombergeschwader 90 Prozent der Altstadt in Schutt und Asche; in der für 15.000 bis 20.000 Personen ausgelegten Kelleranlage suchen schätzungsweise 35.000 bis 40.000 Menschen Zuflucht – die Zahl der Todesopfer bleibt weit unter der vergleichbar zerstörter Städte.
  • Nach dem Krieg leben noch bis in die 1950er Jahre Hunderte Obdachlose in den Kellern; weil die Lüftungsschächte verschlossen blieben, durchfeuchtet der Sandstein, und ab 1963 muss die Anlage mit Stützen, Beton und Stahl gesichert werden.
  • Am 13. Januar 1996 führt der Förderverein Nürnberger Felsengänge e. V. erstmals öffentlich durch den Kunstbunker; die Ausstellung dort ist seit dem 1. Februar 2026 neu gestaltet.
  • In den 1980er Jahren lässt die Hausbrauerei Altstadthof das Nürnberger Rotbier wieder aufleben; heute reifen in einem Teil der Felsengänge erneut Spezialbiere und Whisky.

Häufige Fragen

Was kostet eine Führung durch die Nürnberger Unterwelten?

Das hängt vom Ort ab. Stand September 2026 kosten die Historischen Felsengänge 13 € (ermäßigt 10 €), Kunstbunker, Kasematten, Wasserstollen und der Krebsgassenbunker je 12 € (ermäßigt 10 €), der Atombunker im Hauptbahnhof 13 € und die Lochgefängnisse 10 €. Mit der Nürnberg Card halbieren sich die Preise bei den Unterwelten-Touren; bei den Felsengängen gibt es 50 % Rabatt.

Muss man Tickets vorher buchen?

Für die Lochgefängnisse ja – dort gibt es ausschließlich Vorverkauf, im Rathaus selbst keine Tickets. Sonst kann man auch vor Ort kaufen: im Brauereiladen Bergstraße 19 für die Felsengänge, am Kassenautomaten Obere Schmiedgasse 52 für die Unterwelten-Touren. Weil die Gruppen auf 12 bis 20 Personen begrenzt sind, ist Online-Buchen trotzdem die sichere Variante. Unverbindlich reservieren geht bei den Felsengängen nicht.

Wie kalt ist es in den Felsengängen?

Ganzjährig 8 bis 10 °C, die Besucherordnung nennt 8 bis 12 °C bei teilweise über 90 % Luftfeuchtigkeit, der Betreiber im Schnitt 9 °C. Im Kunstbunker sind es laut Museum auch im Hochsommer nur 8 °C. Eine warme Jacke gehört deshalb in jedem Monat dazu. Einzige Ausnahme: Im Atombunker unter dem Hauptbahnhof ist es warm und hell.

Wie lange dauert eine Tour?

Die Regelführung durch die Historischen Felsengänge, der Kunstbunker, die Kasematten, die Wasserstollen und der Krebsgassenbunker dauern jeweils rund 60 Minuten. Die Lochgefängnisse brauchen 45 Minuten, der Atombunker im Hauptbahnhof 75 Minuten, die Kombi-Führungen der Felsengänge zwei Stunden, die Stadtmauer-Tour 90 Minuten.

Kann man die Felsengänge ohne Führung besichtigen?

Nein. Wegen der Größe des Labyrinths ist der Zutritt nur mit ausgebildeten Gästeführern erlaubt – das gilt für alle unterirdischen Anlagen der Stadt, auch für den Tiefen Brunnen der Kaiserburg. Wer allein losgehen will, findet hier nichts.

Welche Tour lohnt sich, wenn man nur eine schafft?

Die Regelführung durch die Historischen Felsengänge, weil sie Bierkellerbau, Luftschutz und die heutige Brauereinutzung in einer Stunde zusammenbringt und stündlich startet. Wer den Zweiten Weltkrieg in den Mittelpunkt stellen will, nimmt den Kunstbunker; wer mittelalterliche Rechtsgeschichte sucht, die Lochgefängnisse.

Sind die Führungen für Kinder geeignet?

Teilweise. In die Lochgefängnisse dürfen Kinder erst ab 10 Jahren, zur Dunkelführung ab 14, die Rotbierführung ist unter 16 nicht empfohlen. Die Historischen Felsengänge nehmen jedes Alter, unter 8 Jahren nur in Begleitung; für 6- bis 10-Jährige gibt es sonntags (in den bayerischen Schulferien fast täglich) eine eigene Kinderführung mit Schatzsuche für 10 €.

Ist der Nürnberger Untergrund barrierefrei?

Nein. Alle Anlagen haben Treppen und unebene Böden; der Förderverein schreibt ausdrücklich, keine seiner Anlagen sei behindertengerecht ausgebaut. Im Kunstbunker gibt es Rampen, sodass Menschen mit leichter Gehbehinderung mitkommen können – es bleiben jedoch Schwellen bis 15 cm und eine nur 70 cm breite Stelle mit Stufe. Mit dem Rollstuhl ist keine der Anlagen befahrbar.

Was ziehe ich an und was muss ich mitbringen?

Warme Jacke und feste, rutschfeste Schuhe. Essen und Trinken sind unter Tage verboten, Handys müssen während der Führung ausgeschaltet sein, Tiere dürfen nicht mit (Begleithunde von Menschen mit Behinderung bei den Unterwelten ausgenommen). In den Lochgefängnissen gibt es keine Toiletten – vorher daran denken.

Wie komme ich zu den Felsengängen und zum Kunstbunker?

Beide liegen am Fuß des Burgbergs in der Sebalder Altstadt, wenige Gehminuten vom Hauptmarkt. Mit der Straßenbahn 4 bis Tiergärtnertor, Bus 36 bis Burgstraße oder U1 bis Lorenzkirche. Mit dem Auto ist das Parkhaus Hauptmarkt (Augustinerstraße 4, 525 Plätze) die naheliegende Wahl; Parkplätze in der Altstadt sind knapp.

Was hat es mit dem Nürnberger Rotbier auf sich?

Rotbier war jahrhundertelang das Nürnberger Stadtbier; seine Farbe kommt vom stark gedarrten Gerstenmalz. Die Felsengänge wurden ab 1380 genau dafür gegraben. Nachdem die Sorte in Vergessenheit geriet, hat die Hausbrauerei Altstadthof sie in den 1980er Jahren wiederbelebt. Kosten kann man es bei der Rotbierführung und der Kombi-Tour „700 Jahre Brautradition“ – die Bierprobe kostet 2,50 € extra, wahlweise auch alkoholfrei.

Waren die Bierkeller wirklich Luftschutzräume?

Ja, und das ist der Grund, warum Nürnberg trotz der Zerstörung vergleichsweise wenige Bombentote hatte. Ab Oktober 1940 wurden die Keller mit bis zu 40 m langen Stichgängen verbunden und mit sechs Notausgängen versehen. Ausgelegt waren sie für 15.000 bis 20.000 Personen; in der Nacht zum 3. Januar 1945, als 90 Prozent der Altstadt zerstört wurden, suchten dort schätzungsweise 35.000 bis 40.000 Menschen Schutz.

Wie tief ist der Tiefe Brunnen der Kaiserburg?

Der Schacht reicht über 50 m in den gewachsenen Fels; bei jeder Führung wird die Tiefe mit einer Kamerafahrt vorgeführt. Der Besuch ist nur mit Führung möglich, kostet zusammen mit dem Sinwellturm 4 € (ermäßigt 3 €) und ist für unter 18-Jährige frei. Online-Tickets gibt es für die Burg nicht – die Kasse im äußeren Burghof nimmt Bargeld und Karte.

Lohnen sich mehrere Touren an einem Tag?

Ja, und die Terminlage macht es leicht: Kasematten um 11 Uhr, Felsengänge um 12 oder 13 Uhr, Kunstbunker um 14 Uhr, Atombunker im Hauptbahnhof um 14:30 Uhr – wobei sich die letzten beiden ausschließen. Weil alles in oder unter der Altstadt liegt, sind die Wege kurz. Die Nürnberg Card rechnet sich dann schnell.

Quellen

36 Quellen anzeigen – alle Angaben dieser Seite sind belegt
  1. www.historische-felsengaenge.de/unsere-fuehrungen/oeffentliche-… – Preise 13/10 €, Kinder bis 6 frei, Familienkarte 30 €, Führungszeiten, Dauer 60 Min., Treffpunkt, max. 20 Personen, nicht barrierefrei, Nürnberg-Card- und VGN-Rabatt, Audioguide-Sprachen, Ersterwähnung 1380
  2. www.historische-felsengaenge.de/haeufige-fragen/ – 8–10 °C, Dauer 60 Min. bzw. 2 Std. bei Kombis, keine Reservierung, keine Alleingänge, keine Tiere, kein Essen/Trinken, max. 20 Personen, Treffpunkte, Sohle 4, Stornierung, VGN-Rabatt
  3. www.historische-felsengaenge.de/ueber-uns/geschichte-fakten/ – vier Stockwerke, 20 m Tiefe, 25.000 m², Ø 9 °C, rund 700 Jahre, 1,8 Mio. Besucher bis 2024, Geotop, Kühldome, Rotbier, Luftschutz für 15.000–20.000 Menschen, verfüllte Lüftungsschächte
  4. www.historische-felsengaenge.de/ – Kennzahlen 1,8 Mio. Besucher, 20 m, 25.000 m², 9 °C, 700 Jahre; Betreiber NKG GmbH, Adresse Bergstraße 19
  5. www.historische-felsengaenge.de/besucherordnung/ – 8–12 °C, über 90 % Luftfeuchtigkeit, festes Schuhwerk, Warnung bei Klaustrophobie und Kreislaufbelastung, Handys aus, Kinder unter 8 nur mit Aufsicht, Helmpflicht bei der Dunkelführung
  6. www.historische-felsengaenge.de/unsere-fuehrungen/oeffentliche-… – Rotbierführung 13/10 €, Kinder unter 16 J. 9 €, Bierprobe 2,50 €, täglich 17:30 Uhr, Whiskylager, min. 4 Erwachsene
  7. www.historische-felsengaenge.de/unsere-fuehrungen/oeffentliche-… – Dunkelführung 16 €, freitags 20:30 Uhr, ab 14 Jahren, max. 16 Personen, Helme und Laternen gestellt, keine Nürnberg Card
  8. www.historische-felsengaenge.de/unsere-fuehrungen/oeffentliche-… – Kinderführung 10 €, sonntags 11:30 Uhr und in den Schulferien täglich außer samstags, Altersempfehlung 6–10 Jahre, Schatzsucher Cuntz Rußwurm 1462
  9. www.historische-felsengaenge.de/unsere-fuehrungen/oeffentliche-… – englische Führung Sa/So 11:10 Uhr, 14 € bzw. 11 €, 60–70 Minuten, Fotografieren nur mit Erlaubnis
  10. www.historische-felsengaenge.de/unsere-fuehrungen/kombi-fuehrun… – Kombi Altstadt + Felsengänge 20/17 €, 120 Minuten, Termine Fr–So, Treffpunkt Tourist-Info Hauptmarkt 18, Ersterwähnung 11.11.1380, Kältemaschinen im 19. Jh.
  11. www.historische-felsengaenge.de/unsere-fuehrungen/kombi-fuehrun… – Kombi „700 Jahre Brautradition“ 20/17 € plus 2,50 € Bierprobe, samstags 16:20 Uhr, nicht für Kinder unter 16
  12. www.unterwelten-nuernberg.de/kunstbunker/ – Kunstbunker: neu gestaltete Ausstellung seit 01.02.2026, Führungen täglich 14 Uhr, Sa/So zusätzlich 11:30 und 15:45 Uhr, 60 Minuten, max. 20 Personen, keine Audioguides, Treffpunkt Obere Schmiedgasse 52
  13. www.unterwelten-nuernberg.de/hauptbahnhofbunker/ – Atombunker Hauptbahnhof: 2.400 bzw. 2.500 Personen, täglich 14:30 Uhr, 75 Minuten, max. 20 Personen, nur deutsch, englische Audioguide-App, ausführliche Wegbeschreibung, Parken, zwei Stunden einplanen
  14. www.unterwelten-nuernberg.de/wehr-und-geheimgaenge-unter-der-burg/ – Kasematten: täglich 11:00, 14:30 und 16:00 Uhr, 60 Minuten, max. 15 Personen, Zickzack-Korridore, Schießscharten, Waffenrepliken
  15. www.unterwelten-nuernberg.de/lochgefaengnisse/ – Lochgefängnisse: täglich stündlich 11–17 Uhr (Hauptsaison bis 18 Uhr), englisch 16:15 Uhr, 45 Minuten, max. 16 Personen, Mindestalter 10, keine Tiere
  16. www.unterwelten-nuernberg.de/atombunker/ – Krebsgassenbunker: samstags 16:30 Uhr, 60 Minuten, max. 20 Personen, zweigeschossig, 2.000 Schutzsuchende, 8 Stunden liegen / 16 sitzen, Treffpunkt Krebsgasse 10
  17. www.unterwelten-nuernberg.de/wasserstollen/ – Wasserstollen: nur Sa/So/feiertags 14:15 Uhr, 60 Minuten, max. 12 Personen, Lochwasserleitung
  18. www.unterwelten-nuernberg.de/stadtmauer/ – Stadtmauer-Führung: April bis Oktober Sa/So/feiertags 15:45 Uhr, 90 Minuten, max. 15 Personen, Treffpunkt Jugendherberge Burg 2, Überarbeitung angekündigt
  19. www.unterwelten-nuernberg.de/menschen-mit-behinderung/ – Barrierefreiheit: keine Anlage behindertengerecht, Kunstbunker mit Rampen und Schwellen bis 15 cm, Engstelle 70 cm, nicht mit Rollstuhl befahrbar, Klaustrophobie-Hinweis, Begleithunde zugelassen
  20. www.felsengaenge-nuernberg.de/ – Nürnberger Unterwelten als Auftritt des Fördervereins Nürnberger Felsengänge e. V.; Verkaufsstellen Kassenautomat Obere Schmiedgasse 52 (9–18 Uhr), Ticketshop und Museumsladen am Albrecht-Dürer-Haus, Tourist-Info Hauptmarkt 18; Sonderführung Laufertorturm
  21. eu5.bookingkit.de/onPage/events/?v=7f4c21060cb889d41e132cb1e4b66b88 – Buchungssystem der Nürnberger Unterwelten: Preisstufen aller Führungen (Kunstbunker 12/10/6/5 €, ab 01.04.2027 13/11 €; Kasematten, Wasserstollen, Krebsgasse je 12/10 €; Hauptbahnhofbunker 13/11/6,50 €; Lochgefängnisse 10/8/5/4 €; Stadtmauer 14/12 €), Dauer, Treffpunkte, Hinweise
  22. museen.nuernberg.de/kunstbunker/besucherinformation/eintrittspreise – Kunstbunker 12 € / 10 € / 5 € mit Nürnberg Card, Kinder bis 5 frei, Gruppen 100 bzw. 110 €, Kartenverkauf, Hinweis 8 °C auch im Sommer
  23. museen.nuernberg.de/kunstbunker/besucherinformation/oeffnungszeiten – abweichende Führungszeiten Mo–Do 11:30 und 14 Uhr, Fr/Sa zusätzlich 17:30 Uhr, englisch 13:15 und 17:15 Uhr
  24. museen.nuernberg.de/kunstbunker/besucherinformation/adresse-anfahrt – Adresse Obere Schmiedgasse 52, Straßenbahn 4 Tiergärtnertor, Bus 36 Burgstraße, U1 Lorenzkirche, Parkhaus Hauptmarkt mit 525 Plätzen
  25. museen.nuernberg.de/kunstbunker/angebote/fuehrungen – Führungen täglich, max. 20 Personen, Vorverkauf über Tourist-Information und felsengaenge-nuernberg.de, Sonderführungen in sechs Sprachen über den Förderverein
  26. museen.nuernberg.de/lochgefaengnisse/besucherinformation/eintri… – Lochgefängnisse 10 € / 8 € / 5 € / 4 €, nur Vorverkauf, keine Tickets im Rathaus, Buchung für Gruppen über das KPZ
  27. museen.nuernberg.de/lochgefaengnisse – Geschichte: Brothaus der Abtei Heilsbronn, Umbau ab 1332, Erdgeschoss wird zum Keller, Zellen, Folterkammer, Schmiede, Gefängnisküche, Brunnenraum
  28. de.wikipedia.org/wiki/Felseng%C3%A4nge_(N%C3%BCrnberg) – Ratsverordnungen 1303 und 11.11.1380, bis zu 42 Brauereien, 25.000 m², vier Stockwerke, Kühldome, 8–12 °C, Kasematten von Fazuni 1538–1545, Lochwasserleitung 1459 und 2 km Länge, 60 cm Breite, Firma Harrer ab 1912, Luftschutzausbau ab Oktober 1940, Nacht des 2./3. Januar 1945 mit 35.000–40.000 Schutzsuchenden, Sanierung ab 1963, Geotop 564G001
  29. de.wikipedia.org/wiki/Historischer_Kunstbunker – Umbau ab 1939/1940 unter Heinrich Kohlhaußen, bis zu 24 m Tiefe, eingelagerte Werke (Veit Stoß, Reichskleinodien, Männleinlaufen, Behaims Erdapfel, Manessische Handschrift, Dürer), erste Führung 13.01.1996, Abgrenzung zum kunstbunker – forum für zeitgenössische kunst
  30. www.kaiserburg-nuernberg.de/deutsch/burg/sinwell.htm – Tiefer Brunnen: Schacht über 50 m in den gewachsenen Fels, Brunnenhaus 1563, Fachwerkgeschoss 1951 erneuert, Kamerafahrt bei jeder Führung
  31. www.kaiserburg-nuernberg.de/deutsch/tourist/eintritt.htm – Eintrittspreise 2026: Tiefer Brunnen + Sinwellturm 4 €/3 €, Gesamtkarte 10 €/9 €, unter 18 Jahren frei, keine Online-Tickets, Kasse im äußeren Burghof, bar oder Karte
  32. www.kaiserburg-nuernberg.de/deutsch/tourist/oeffnung.htm – Öffnungszeiten April–September 9–18 Uhr, Oktober–März 10–16 Uhr, Schließtage, Tiefer Brunnen nur mit Führung (im Eintritt enthalten), Audioguide 2 €
  33. www.kaiserburg-nuernberg.de/deutsch/burg/index.htm – keine Tiere in den Innenräumen der Kaiserburg einschließlich Tiefem Brunnen und Sinwellturm
  34. tourismus.nuernberg.de/erleben/kuehle-orte/location/historische… – belegt die Irrtümer: „Mo–Fr jede zweite Stunde“, „Kinder bis 7 Jahre frei“, „über 20.000 qm“; bestätigt 13/10 €, 8–10 °C, Audioguide 1 €, 50 % mit Nürnberg Card
  35. www.bayern-im-web.de/historische-felsengaenge-nuernberg/ – belegt die veralteten Angaben 5 €/4 €, Familienkarte 10 €, Dauer 75 Minuten, „Bierkatakomben“ und die Zuschreibung der Felsengänge-Führungen an den Förderverein
  36. tourismus.nuernberg.de/stadtfuehrung/unterirdisches-nuernberg/ – Übersicht der Untergrund-Führungen der Stadt; abweichende Kapazität „ca. 2.300 Menschen“ für den Bahnhofsbunker
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